Wenn eine Partnerschaft ins Stocken gerät, fühlen sich viele Paare den ständig wiederkehrenden Mustern hilflos ausgeliefert. In meiner Arbeit nutze ich die weltweit anerkannte Gottman-Methode, um diesen Kreislauf zu durchbrechen. Anders als bei rein moderierenden Gesprächen basiert dieser Ansatz auf jahrzehntelanger Beziehungsforschung. Es geht nicht darum, wer „schuld“ ist, sondern darum, die Dynamik zwischen Euch als Team objektiv messbar zu machen und gezielt zu verändern.
Der strukturierte Ablauf: Von der Analyse zur Veränderung
Eine nachhaltige Verbesserung der Paarkommunikation geschieht selten über Nacht. Daher folgt die Therapie bei mir einem klaren, fünfstufigen Prozess. Dieser beginnt mit einer tiefgehenden diagnostischen Phase, in der wir nicht nur über Eure aktuellen Probleme sprechen, sondern auch die Stärken und die Geschichte Eurer Beziehung analysieren. Dieser strukturierte Rahmen bietet Euch die nötige Sicherheit, um auch schwierige Themen in einem geschützten Umfeld anzugehen.
Was ist die Gottman-Methode und wie läuft die Paartherapie ab?
Die Gottman-Methode der Paartherapie basiert auf der Forschung von Dr. John Gottman, die in den 1970er Jahren begann und bis heute andauert. Die Forschung konzentrierte sich auf die Frage, was Beziehungen gelingen oder scheitern lässt. Auf der Grundlage dieser Forschungen haben Dr. John und Julie Gottman eine Therapiemethode entwickelt, die den Schwerpunkt auf die Verbesserung der Beziehungen ihrer Klienten legt.
Diese Methode ist so konzipiert, dass sie spezifische Werkzeuge zur Vertiefung von Freundschaft und Intimität in Eurer Beziehung vermittelt. Um Euch bei der produktiven Bewältigung von Konflikten zu helfen, werden Euch Methoden zur Bewältigung „lösbarer Probleme“ und zum Dialog über „festgefahrene“ (oder andauernde) Themen vermittelt. Wir werden auch zusammenarbeiten, um Euch zu helfen, die Stärken Eurer Beziehung zu schätzen und sanft durch ihre Schwachstellen zu navigieren.
Die Paartherapie nach der Gottman-Methode besteht aus fünf Teilen.
Zu Beginn der Bewertungsphase erhaltet Ihr einige schriftliche Unterlagen zum Ausfüllen, die mir helfen werden, Eure Beziehung besser zu verstehen.
In der ersten Sitzung werden wir über die Geschichte Eurer Beziehung, die Problembereiche und die Behandlungsziele sprechen.
In der nächsten Sitzung treffe ich mich mit jedem einzeln, um Eure persönliche Geschichte zu erfahren und Euch die Möglichkeit zu geben, Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen mitzuteilen. In der abschließenden Beurteilungssitzung werde ich Euch meine Empfehlungen für die Therapie mitteilen und wir definieren gemeinsam die Therapieziele.
Der größte Teil der Arbeit wird aus Sitzungen bestehen, in denen Ihr gemeinsam als Paar erscheinen werdet. Es kann jedoch auch vorkommen, dass Einzelsitzungen empfohlen werden. Ich werde Euch möglicherweise auch Übungen geben, die Ihr zwischen den Sitzungen durchführen könnt.
Die Dauer der Therapie richtet sich nach Euren spezifischen Bedürfnissen und Zielen. Im Verlauf der Therapie werden wir Punkte festlegen, an denen wir Eure Zufriedenheit und Eure Fortschritte bewerten. Außerdem werde ich Euch ermutigen, alle Fragen oder Bedenken, die Ihr bezüglich der Therapie habt jederzeit anzusprechen.
In der späteren Phase der Therapie werden wir uns weniger häufig treffen, damit Ihr neue Beziehungsfähigkeiten erproben und Euch auf die Beendigung der Therapie vorbereiten könnt. Obwohl Ihr die Therapie beenden könnt, wann immer Ihr es wünscht, ist es sehr hilfreich, mindestens eine gemeinsame Sitzung abzuhalten, um die Fortschritte zusammenzufassen, die verbleibende Arbeit zu definieren und sich zu verabschieden.
In der Phase der Ergebnisevaluierung sind nach der Gottman-Methode vier Folgesitzungen geplant: eine nach sechs Monaten, eine nach zwölf Monaten, eine nach achtzehn Monaten und eine nach zwei Jahren. Die Forschung hat gezeigt, dass diese Sitzungen die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls in frühere, wenig hilfreiche Muster deutlich verringert.
Darüber hinaus erfordert das Engagement für die bestmögliche Therapie eine kontinuierliche Bewertung der angewandten Methoden und der Fortschritte des Klienten. Der Zweck dieser Folgesitzungen ist es, Eure Beziehungsfähigkeiten zu verfeinern und die Wirksamkeit der Therapie zu überprüfen.
Wie viele Sitzungen braucht es in der Paartherapie?
Ich biete Paartherapie in den folgenden zwei Varianten an.
Wenn Ihr Euch für diese Variante entscheiden, treffen wir uns in regelmäßigen Abständen zu den Sitzungen. Es hat sich bewährt sich im Anfangsstadium der Therapie wöchentlich zu treffen.
Im weiteren Verlauf der Therapie werden die Sitzungen immer seltener, bis Ihr das Gefühl bekommt, dass die Beziehung sich stabilisiert hat und Ihr gut alleine zurechtkommen.
Wöchentliche Treffen im Anfangsstadium sind eine Empfehlung und kein Muss. Wir entscheiden gemeinsam abhängig von der jeweiligen Situation in welchem Abstand die Treffen stattfinden. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man mit 8 bis 15 Sitzungen rechnen sollte.
Für eine langfristige und wirkungsvolle Veränderung empfehle ich einen Ansatz mit zwei Intensiv-Sitzungen zu jeweils 5 Stunden, die im Abstand von einem Monat stattfinden.
In der ersten Sitzung entwickeln wir gemeinsam gezielte Übungen, die genau auf Eure Situation abgestimmt sind. Diese könnt Ihr in den folgenden Wochen in Euren Alltag integrieren und erste Veränderungen spüren.
In der zweiten Sitzung gehen wir tiefer auf Eure individuellen Ziele und mögliche Hindernisse ein. Ihr bekommt weitere Impulse und Strategien, um Eure Beziehung nachhaltig zu stärken.
Diese strukturierte Vorgehensweise ersetzt in vielen Fällen die klassische Paartherapie mit ca. 10 Sitzungen und ermöglicht Euch einen effektiven, fokussierten Prozess.
Falls Ihr Interesse an diesem Format habt, nehmt bitte telefonisch oder per E-Mail Kontakt mit mir auf, damit wir ein kostenloses 30-minütiges Online-Kennenlern-Gespräch vereinbaren können. Nach den zwei Sitzungstagen erhalten Paare kostenlosen Zugang zu meinem Online-Kurs „Paarkommunikation verbessern“.
Paartherapie — Garantie für die Rettung einer Beziehung?
Die Beziehung jedes Paars und die Probleme, mit denen das Paar zu kämpfen hat, sind immer individuell. Der Ausgang der Therapie ist immer offen und hängt sehr stark von dem Paar und jedem einzelnen Partner ab.
Die Therapie schafft Zeit und Raum dafür, dass man sich näher kommt und sich und den Partner besser versteht. Im Verlauf der Sitzungen bekommt man die Möglichkeit hinter die Kulissen zu schauen und die innere Welt, die Bedürfnisse und die Beweggründe von sich und von dem Partner besser zu verstehen. Man lernt aus einer Konflikt-Sackgasse in einen Dialog rüber zu gehen. Viele Paare können dadurch ihre Beziehung retten und steigern ihr Wohlbefinden in der Partnerschaft. Einige Paare kommen jedoch zum Schluss, dass der gemeinsame Weg zu Ende ist. Auch in diesem Fall bietet eine Paartherapie eine solide Grundlage für eine friedliche Lösung. Eine friedlich verlaufende Trennung ist nicht nur für das Paar selbst, sondern auch für die gemeinsamen Kinder enorm gewinnbringend.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Paartherapie
Das ist eine der häufigsten Sorgen, die ich in meiner Praxis höre. Viele Paare fragen sich, ob die Veränderungen, die sie hier lernen, wirklich von Dauer sein können, wenn am Anfang die Motivation nicht bei beiden gleich stark ist.
Diese Bedenken sind absolut verständlich. Wichtig ist zu wissen: Jede Veränderung beginnt mit kleinen, bewussten Schritten. Es ist völlig normal, dass eure neuen Verhaltensweisen und Kommunikationsmuster am Anfang noch nicht zur Gewohnheit geworden sind. Der entscheidende Punkt ist, dass ihr sie überhaupt übt. Das ist schon ein großer Vertrauensbeweis und ein erster Erfolg!
Bitte lasst nicht zu, dass Sorgen um die Echtheit der Motivation jeden noch so kleinen Fortschritt unter Verdacht stellen. Denn genau das kann die positive Dynamik bremsen, bevor sie richtig Fahrt aufnimmt.
Meine Aufgabe als Therapeutin ist es, euch dabei zu unterstützen, ein Fundament aus Vertrauen und Hoffnung aufzubauen. Wir werden gemeinsam herausfinden, welche Motivation euch jeweils wirklich antreibt und wie ihr sie füreinander sichtbar machen könnt.
Vertrauen in die Motivation deines Partners und die gemeinsame Fähigkeit, die Beziehung neu zu gestalten, ist die wichtigste Grundlage. Ich werde euch Werkzeuge an die Hand geben, damit ihr jeden Fortschritt, so klein er auch sein mag, erkennen und feiern könnt. So wird aus einem bewussten „Ja, ich mache mit“ ein tief empfundenes „Ja, wir schaffen das gemeinsam.“
Diese Sorge ist absolut berechtigt und sehr nachvollziehbar. Viele Paare befürchten, dass das im Alltag Gelernte wieder in Vergessenheit gerät, sobald sich die Situation wieder entspannt hat.
Es gibt in einer Beziehung keine Garantien, aber es gibt Vertrauen, Motivation und vor allem: Wissen ist Macht.
Die Strategien, die ihr in der Paartherapie lernt, sind keine theoretischen Übungen, sondern Werkzeuge, die ihr bewusst anwendet. Wenn ihr im Alltag merkt, dass die neuen Verhaltensweisen funktionieren und ihr Konflikte entspannter lösen könnt, wird es euch immer leichter fallen, diese Wege zu gehen.
Stellt euch das Ganze wie einen Sport vor: Vielleicht hört ihr eine Weile auf zu trainieren, aber wenn ihr spürt, dass ihr wieder aus der Form geratet, wisst ihr genau, wie ihr wieder anfangen müsst. Genauso ist es mit dem, was ihr hier lernt. Wenn ihr merkt, dass eure Beziehung wieder in eine schwierige Phase gerät, habt ihr das Wissen und die Erfahrung, auf das Gelernte zurückzugreifen. Ihr wisst dann genau, wie ihr miteinander redet und euch gegenseitig unterstützt.
Mein Ziel ist es, euch so zu stärken, dass ihr die Verantwortung für eure Beziehung selbstbewusst übernehmen könnt. Die Therapie ist der Start, aber die wahre Veränderung lebt von eurem Vertrauen und eurer gemeinsamen Motivation, diese Werkzeuge auch in Zukunft zu nutzen.
Das ist eine Sorge, die ich gut nachvollziehen kann. Am Anfang fühlt sich alles, was wir hier lernen, oft künstlich an. Es braucht einfach Zeit, bis neue Verhaltensweisen zur Gewohnheit werden und sich ganz normal anfühlen.
Was euch jetzt als „normal“ erscheint, ist leider das, was euch zu mir geführt hat. Es sind die destruktiven Beziehungsmuster, die sich so tief eingeschliffen haben, dass sie unbewusst ablaufen.
Alles, was ihr neu in eure Kommunikation und euren Umgang miteinander bringt, mag am Anfang künstlich wirken – aber das ist völlig natürlich. Habt keine Angst davor, habt stattdessen Vertrauen in den Prozess.
Man sagt, es braucht etwa 90 Tage, bis sich eine neue Gewohnheit etabliert hat. Wenn ihr das, was wir hier erarbeiten, regelmäßig und bewusst im Alltag anwendet, wird das Künstliche irgendwann zu eurem neuen Normal. Ihr werdet eure eigenen Wege finden, aber die Grundprinzipien, die ihr hier lernt, werden euch immer leiten. Und wenn es sich nicht mehr künstlich anfühlt, wisst ihr, dass ihr auf dem richtigen Weg seid.
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